Eichrechtskonforme Ladesäulen für eine transparente Abrechnung:

Das Eichrecht in der Elektromobilität

Der kleine Eichstrich auf dem Wein- oder Bierglas gibt den Kunden in der Gastronomie die Sicherheit, dass sie ihr Getränk in der gewünschten Menge erhalten. Das ist nur ein Beispiel, das Eichrecht begegnet uns in unserem Alltag an vielen weiteren Stellen: an der Zapfsäule der Tankstelle, an der Gemüsewaage im Supermarkt, am Stromzähler im Haus – kurz gesagt: überall dort, wo an der Messgenauigkeit von Messgeräten ein öffentliches Interesse besteht. Dann nämlich greifen in Deutschland die Bestimmungen des Mess- und Eichrechts.

In diesem Artikel erfahren Sie, was das Eichrecht ist, was eine eichrechtskonforme Ladesäule auszeichnet und wie das Eichrecht einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz leistet.

Was regelt das Eichgesetz?

Das Eichrecht stellt vereinfacht gesagt sicher, dass eine Messung korrekt verläuft. Das Mess- und Eichgesetz (MessEG) regelt die zulässigen Fehlertoleranzen und sorgt dafür, dass die Mess- und somit Abrechnungsergebnisse für alle involvierten Parteien transparent und nachvollziehbar zugänglich sind. Die darauf basierende Mess- und Eichverordnung (MessEV) schreibt fest, dass die gesetzliche Eichpflicht auch für „Messgrößen bei der Lieferung von Elektrizität“ gilt, wenn diese „Messungen zur Verwendung im geschäftlichen oder amtlichen Verkehr“ dienen – somit unterliegt also auch das Laden von Elektrofahrzeugen der Eichpflicht und dem Eichrecht, sobald für die Strommenge einer Abrechnung oder Verrechnung erfolgt.

Mit der zunehmenden Bedeutung der Elektromobilität und der damit einhergehenden Zunahme von Ladesäulen wächst das öffentliche Interesse an einer eichrechtskonformen Ladeinfrastruktur beträchtlich. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass am 1. April 2019 die eichrechtlichen Übergangsfristen für E-Ladesäulen endeten und somit alle Ladevorgänge nachvollziehbar sein müssen – also vergleichbar mit einer konventionellen Tankstellen-Quittung, die neben Ort und Uhrzeit die genaue Menge und den Preis des getankten Treibstoffs aufführt. Hinter dieser einfach anmutenden Anforderung steckt eine vielschichtige Prozesskette, die für die Kunden unsichtbar bleibt, aber von wesentlicher Bedeutung ist. Die „Kunst“ liegt in der Speicherung der Daten und der neuen digitalen Abrechnung, zu einem Zeitpunkt, an dem der Ladevorgang schon einige Zeit zurückliegt.

Das Eichrecht dient dem Verbraucherschutz – auch in der Elektromobilität

Dank der gesetzlichen Eichpflicht bezahlen die Kunden nur das, was sie benötigen bzw. erhalten haben – eine wichtige Funktion des Verbraucherschutzes! Dies gilt, wie bereits dargelegt, natürlich auch für den vergleichsweise jungen Bereich der Elektromobilität. Anders als man es vermuten könnte, ist die bestehende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland jedoch in großen Teilen noch nicht eichrechtskonform. In den vergangenen Jahren lag das Augenmerk von Politik und Herstellern darauf, schnell eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur in Deutschland aufzubauen. Die Eichrechtskonformität des gesamten Lade- und Abrechnungsvorgangs spielte zunächst eine untergeordnete Rolle, da mit einem schnellen Ladeinfrastrukturaufbau – erfolgreich – versucht wurde, die Einführung der Elektromobilität zu unterstützen, um dadurch eine Reduktion des CO2-Ausstoßes zu erreichen und den Anforderungen der Emobilisten zu entsprechen.

Dies hat sich jetzt grundlegend geändert: am 31. März 2019 endete offiziell die Phase, in der nicht eichrechtskonforme Ladestationen toleriert wurden. Ladestationen, die dem Eichrecht nicht entsprechen, müssen umgerüstet werden. Welche Bauteile die Konformitätsbewertung bestehen müssen, ist konstruktionsbedingt. Eneco eMobility hat bereits frühzeitig reagiert und gemeinsam mit seinen Partnern fortschrittliche Lösungen mit höchstem Individualisierungsgrad für Kunden- und Mitarbeiterparkplätze, Flotten und Fuhrparks und alle weiteren Anforderungen von Unternehmen entwickelt. Die Kunden von Eneco eMobility können sich auf sichere und einfach zu bedienende Produkte, AC- und DC-Ladestationen und Prozesse verlassen, die eichrechtskonform sind und auch allen weiteren gesetzlichen Vorgaben entsprechen, wie z. B. den Anforderungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Was zeichnet eine eichrechtskonforme Ladeinfrastruktur aus?

Kilowattstunde und Zeit sind eichrechtsrelevante Messeinheiten. Bei fehlender Eichrechtskonformität dürfen diese Messwerte jedoch nicht zur Abrechnung des abgegebenen Stroms verwendet werden. Zwar enthalten nahezu alle AC-Ladesäulen Stromzähler, die den abgegebenen Ladestrom nach Maßgabe der Europäischen Messgeräterichtlinie korrekt mit konformitätsbewerteten Messgeräten messen können. Ein eichrechtskonformer kWh-Zähler alleine ermöglicht allerdings noch keinen eichrechtskonformen Ladevorgang. Die Herausforderung ist, dass alle Instanzen, die im Lade- und Abrechnungsprozess involviert sind – neben den Nutzern der Ladesäule auch die Betreiber sowie die Ladekarten-Anbieter und die im Hintergrund laufenden Ladenetzwerk-IT-Plattformen –, korrekte Abrechnungsdaten benötigen. Um einen eichrechtskonformen Ladevorgang abzubilden, sollte ein Datensatz mindestens aus folgenden Elementen bestehen:

  • korrekte Messwerte
  • Einheit des Messwerts
  • Zeitpunkt der Messung
  • eindeutige Identifikation des Ladepunkts
  • Identifikation des Kunden/der Transaktion
  • gegebenenfalls ein Backend zur sicheren Übermittlung des signierten Datensatzes sowie zur späteren Überprüfung des Ladevorgangs seitens der Nutzer

Für die Kunden bedeutet das, dass sie auf ihrer Rechnung ganz klar erkennen, wie viel eine Kilowattstunde kostet, wie viele Kilowattstunden getankt wurden und welcher Betrag dafür zu entrichten ist. Elektroauto-Fahrer bezahlen also nur noch genau das, was sie auch erhalten haben – aus Kundensicht eine wichtige und wertvolle Errungenschaft!

Die Neuregelung bedeutet auch, dass der Kunde, also der Elektroauto-Fahrer, seine Rechnung anhand der Originaldaten überprüfen können muss. Eine eichrechtskonforme Ladesäule bzw. das dahinter stehende System muss daher die sich infolge der ständig wechselnden Nutzer verändernden Zählerstände über einen längeren Zeitraum speichern und einem konkreten Vorgang zuordnen können. Da die Rechnung des Fahrstromanbieters, anders als bei konventionellen Tankstellen, i. d. R. erst einige Zeit nach dem Ladevorgang eingeht, bspw. am Monatsende, muss sich der Kunde auch noch nach dieser Zeit einzelnen Ladevorgänge der betreffenden Ladestationen anzeigen lassen können. Da dies im Alltag umständlich sein kann, bietet Eneco eMobility eine praktische und benutzerfreundliche Lösung an: die Kunden können sich den Ladevorgang samt dazugehöriger Mess- und Abrechnungsdaten online als Richtwert anzeigen lassen (die Messung kann über die Transparenzsoftware unseres Ladepartners Alfen kontrolliert werden).

Bisher nutzten einige Betreiber nicht eichrechtskonformer Ladepunkte das Schlupfloch im Gesetz, den Ladestrom über Flatrates anzubieten, pauschal abzurechnen oder zu verschenken. Eichrechtskonforme Ladestationen beseitigen die Unsicherheit und bieten nun sowohl den Betreibern als auch den Nutzern klare und korrekte Abrechnungslösungen nach kWh – ein faires Verfahren für alle Beteiligten, das die Nutzung von Elektrofahrzeugen künftig noch einfacher und komfortabler macht.

Make it e-asy: Eichrecht einfach gemacht

Etwas anders stellt sich die Situation bei DC-Ladestationen dar, den sogenannten Schnellladestationen. Diese unterliegen grundsätzlich auch dem Eichrecht und müssen umgerüstet werden, wofür den Herstellern noch etwas Zeit eingeräumt wurde. Aktuell arbeiten die Hersteller an Messgeräten für DC-Stationen, die wirtschaftlich integrierbar oder eichrechtlich zugelassen sind. Eneco eMobility kann mit seinem Partner Alfen bereits eine eichrechtskonforme Hardware anbieten und arbeitet mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit der zuständigen Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) an einer eichrechtskonformen Systemlösung für Schnellladesäulen, die in Kürze auf den Markt kommen wird. Kunden von Eneco eMobility sind also stets auf der sicheren Seite, denn Transparenz und Service werden hier traditionell groß geschrieben: der Ladespezialist bietet seinen Kunden, den Betreibern von Ladestationen ebenso wie den Elektroauto-Fahrern, bereits heute eichrechtskonforme und nutzerfreundliche Abrechnungslösungen für AC-Ladestationen und in naher Zukunft auch für DC-Lader, die zukunftsfähig sind und dem Verbraucherschutz in der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen.

Falls Sie weitere Fragen oder Anmerkungen haben, können Sie sich gerne jederzeit mit uns in Verbindung setzen.

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